Gap Up im Stundenchart

Manchmal kann es vorkommen, dass an einem bestimmten Punkt einer Aktie, die Nachfrage das Angebot übersteigt, das ist nichts ungewöhnliches, denn das muss ja auch so sein, darauf will ich nicht hinaus. Es gibt aber Situationen wo die Nachfrage das Angebot (Aufwärtsbewegung) bzw. das Angebot die Nachfrage (Abwärtsbewegung) so dermaßen übersteigt, das schließlich ein Gap entsteht.

Was ist ein Gap?

Für diejenigen die nicht wissen was ein Gap ist, hier eine kurze Erläuterung:
Bei einem Gap handelt es sich um eine Kurslücke oder auch Differenz zwischen dem Vortagesschlusskurs und dem heutigen Eröffnungskurs. Bei den Candlesticks oder Bar Chartdarstellung, lässt sich dies am besten sehen.

Ein Gap kommt zu Stande, wenn der Kurs (Aktien, Future)  als Beispiel gestern bei 100€ geschlossen hat und die heutige Eröffnung bei 97€, diese 3€ Kursdifferenz nennt man Gap. Und je nach dem in welche Richtung das Gap eröffnet wurde nennt man es Gap Up (höher als Gestern) oder Gap Down (tiefer als Gestern).

Diese Gaps kommen eigentlich täglich vor, meist sind diese auch sehr klein, so dass Sie für uns Trader kein Hindernis legt.

Wie kommen solche Gaps zu Stande?

Im Prinzip ganz einfach: Es kam bei einem bestimmten Kurs zu keinem Umsatz (keine Orders im Orderbuch), weil keine Käufer bereit waren diesen Kurs zu zahlen und keine Verkäufer die zu diesem Kurs bereit waren zu Verkaufen. Die Börse hat jetzt den Job, denn bestmöglichen Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu stellen. Wenn diese jetzt einiges höher oder tiefer ist, dann wird dieser Kurs wieder für Umsatz sorgen. Um dies aber detailliert zu erklären, müsste ich zum Ursprung des <wie entsteht ein Kurs> zurück. Weil man darüber wiederum ein kleines oder dickes Buch schreiben könnte, bitte ich Sie selbst ein wenig zu recherchieren (das gilt für diejenigen die sich die sich dafür interessieren).

Ok, das zum groben Verständnis, aber warum erzähl ich Ihnen das überhaupt. Erstens weil das wichtig ist zu wissen und es zu verstehen zum zweite, weil mir das beim Long Einstieg der Thyssenkrupp Aktie passiert ist.

Betrachten wir kurz die Situation:

Wir sehen hier den Tageschart von Thyssenkrupp AG. Bei der zweiten letzten Kerze hat sich ein Umkehrstab gebildet, daher war meine Idee die Aktie auf der Long Seite zu Traden. Also habe ich einen Stopp-Buy-Order über das Hoch der Kerze platziert. Noch sieht man vom Gap nichts, dazu gehen wir naher in den Stundenchart.

Am Vormittag ist es noch nicht zum Entry gekommen, wie wir das hier im Stundenchart sehen. Am Nachmittag kam dann der Schub nach oben und man sieht wo die Stundenkerze eröffnet hat. Ein Gap während dem Handel (Kennzeichnung: Schwarzer Pfeil). Mein geplanter Enrty war an der Linie (Kennzeichung: roter Peil). Da es zwischen 33,95€ und 34.17€ keine Nachfrage und Angebot bzw. kein Umsatz (Orders im Orderbuch) zustande kam, eröffnete die Kerze 0.21 Cent über meinem Entry. Da ich einen Stopp-Buy-Order im System hatte und keinen Limit-Buy-Order, bin ich leider erst 0,21 Cent über meinem geplantem Entry eingestoppt worden.

Resüme:

Manchmal kann es passieren, das man in so ein Gap läuft, trotzdem darf man die nerven deshalb nicht verlieren und schon gar nicht unter dem Motto <jetzt werde ich es der Börse zeigen> agieren. Was jetzt bleibt ist, die neu Bewertung für den Stop, diesen werde ich je nach dem, was am Montag  bei Börseneröffnung passiert, den Stop in der kleinen Zeiteinheit nachziehen, oder ihn da lassen wo erst.

About The Author

Gürkan Yildirim

Gürkan Yildirim handelt seit 2007 aktiv an den Börsenmärkten. Mittlerweile gibt es keine "Lieblingsmärkte" mehr, denn der markttechnische Handel bietet die Chance in jedem liquiden Wert, dabei spielt es keine Rolle ob Futures-, Aktien- oder Devisen. Seit Anfangs 2012 ist er mit seinem Produkt "Trader Akademie" online gegangen, indem Tradinganfänger den markttechnisch orientierten Handel erlernen.

7 Comments

  • Maria

    Reply Reply 20. Juli 2011

    Bietet dein Broker Limit-Buy Orders an?…Viele bieten diese Möglichkeit doch gar nicht an, vor allem im CFD Bereich oder?

    Viele Grüße, super Seite!

    • Gürkan Yildirim

      Reply Reply 20. Juli 2011

      @Maria

      Nein, auch mein Broker bietet keine Limit-Buy-Orders an, das würde ich mir allerdings wünschen, weil die Ausführungen zum Teil sehr schlecht sind. Soweit ich weiß bietet diese Order Art kein CFD Broker an.

      So verdient man halt als CFD Broker;-)……wenn du solch eine Lösung suchst bzw. eine besser Ausführung per Stop-Buy-Order wünschst, dann wäre der Future handel eine Überlegung wert.

      Viele Grüße

      • Maria

        Reply Reply 20. Juli 2011

        Hey, danke für deine schnelle Antwort. Ich habe mich mit dem Instrument Future noch nicht weiter befasst. Das Problem sehe ich für mich bei der größe des Kontrakts – mein Geldmanagement wäre in Gefahr.

        Beim CFD Handel habe ich ja viele Aktien zum traden zur Auswahl.

        Wie sieht das beim Instrument Future aus, klar es gibt Indiziefutures, Rohstofffutures usw., gibt es aber auch die Fülle an Aktien bei Futures?

        Danke für ein Feedback!
        Schöne Grüße!

        • Gürkan Yildirim

          Reply Reply 20. Juli 2011

          @Maria

          Ja die Kontrakt größe ist vielleicht ein Nachteil für private Händler, deswegen handeln auch die meisten CFD´s.

          Klar gibt es auch Future auf Aktien, allerdings ist die Palette sehr klein im vergleich zu CFD´s.

          Future handel ist allerdings besser geeignet für Indices (DAX,SMI,DOW,Bund usw.) oder FX (behaupte ich jetzt einfach mal). Future auf Aktien würde ich wahrscheinlicher weniger handeln.

          Viele Grüße

      • Alex

        Reply Reply 18. August 2011

        Hallo

        Fxflat z.B. bietet Limit-Buy-Orders…..

        Gruss
        Alex

  • Maria

    Reply Reply 21. Juli 2011

    Hi,

    ja, dass stimmt mit Sicherheit. Wenn es das Geldmanagement zulässt sind Futures die „fairsten“ Instrumente.

    Ich denke, wenn man vor allem Aktien handeln möchte sind wahrscheinlich CFDs wirklich die besten Produkte, auch wenn es leider keine Limit Buy Orders gibt, was sicherlich – vor allem, wenn man sich einstoppen lassen möchte – ein Nachteil ist.

    Wenn es die Kontogröße zulässt wäre dann die einzige Möglichkeit, anstatt CFDs eben die Aktien direkt zu handeln, also direkt zu „kaufen“ oder „zu verkaufen“. Jedoch muss man dann auch ein entsprechend großes Konto haben.

    Sehe ich richtig oder?

    Viele Grüße

    • Gürkan Yildirim

      Reply Reply 21. Juli 2011

      @Maria

      CFD´s haben Vor/und Nachteile, das gibt’s halt überall, aber gerade für Trader mit einem kleineren Konto, sind CFD´s eine wunderbare alternative, zumal hier auch die Diversifikation und Trademanagement möglich ist.

      Man kann natürlich auch mit einem kleinen Konto Aktien handeln, es kommt immer drauf an, welchen Tradingansatz man verfolgt. Es ist durchaus auch möglich mit einem kleineren Konto „normale“ Aktien zu traden, wichtig ist hier einfach zu wissen, welches Ziel angestrebt wird.

      Wann es Sinnvoll ist mit einem kleinen Konto Aktien zu handeln, ist dennoch schwer zu beantworten, welches Ziel man verfolgt mit dem Kapital bzw. mit dem Aktien handel ist wahrscheinlich die wichtigere Frage, die man sich davor stellen sollte.

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