Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen CFDs und Futures: Losgröße und Nachschusspflicht

CFDs oder Futures? Diese Frage gehört zu denen, die in Trader-Foren am häufigsten gestellt werden – verständlich: In der komplizierten Welt der Börsenprodukte ist es schwierig, die Übersicht zu behalten. Welche Investitionen zahlen sich aus? Damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können, ist es wichtig, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen CFDs und Futures zu kennen. Zum Beispiel, was die Stichworte Losgröße und Nachschusspflicht betrifft.

Losgröße

Als Los- oder auch Lotgröße bezeichnet man die Anzahl der Einheiten in einem Paket – also die kleinste handelbare Positionsgröße. Da die sogenannten underlying assets, also die Marktgegenstände, auf die Futures und CFDs abgeschlossen werden, sowohl konkret als auch abstrakt sein können, fallen die Einheiten der Losgrößen ganz verschieden aus. Nehmen wir als Beispiel Rohstoff-CFDs: Eine gängige Größe für den Handel mit Öl-Futures wäre etwa 1000 Barrel, während die Losgröße für CFDs nur 25 Barrel betrüge. Ebenso lassen sich aber Futures auf Volatilitäten oder Zinssätze abschließen. Generell gilt jedoch: Die Losgröße kann entscheidend für Gewinn oder Verlust sein, denn bei Futures fällt sie wesentlich höher aus als bei CFDs. Das bedeutet für den Anleger eine größere Flexibilität bei der Investition in CFDs. Bei den Futures ist man dagegen gezwungen, von Anfang an mehr zu investieren als bei den CFDs. Das bedeutet im Idealfall zwar auch höhere Erträge – doch wenn es schief geht, dann gründlich. Wie immer beim Handel mit Wertpapieren muss man deshalb genau wissen, was man tut – blinder Aktionismus führt gerade an der Börse nirgendwo hin, außer in die roten Zahlen.

Nachschusspflicht

Was die Profis als „Margin Call“ bezeichnen, ist der gefürchtete Anruf des Brokers beim Anleger: Der Vorteil bei Futures ist ja für den Anleger, dass Kapital benutzt werden kann, das er gar nicht besitzt. Sie erinnern sich: Beim Future wird mit einem Händler ein zukünftiger Aktienkauf vereinbart, der Anleger leistet eine Anzahlung, und nach der vertraglich festgelegten Zeit wird lediglich die Wertdifferenz ausgeglichen. Wenn ebendiese Anzahlung, die auf dem Konto des Brokers hinterlegt wird, ungünstigen Kursentwicklungen zum Verlust fällt, so meldet sich der Broker – und fordert weitere Einzahlungen. Andernfalls würden offene Positionen aufgelöst werden. Heißt: Man kann wesentlich mehr Kapital verlieren, als man anfänglich investiert hat.

Und wie ist es um die CFDs bestellt? Auch hier besteht in der Regel bei Brokern noch eine Nachschusspflicht. Viele Forex-Broker beispielsweise verzichten aber auf den Margin Call und ziehen stattdessen ab einem gewissen Prozentsatz im Minus die Reißleine – es gilt deshalb vorher genau zu prüfen, welche Konditionen der jeweilige Händler anbietet, um Verluste einzuschränken.

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Gürkan Yildirim

Gürkan Yildirim handelt seit 2007 aktiv an den Börsenmärkten. Mittlerweile gibt es keine "Lieblingsmärkte" mehr, denn der markttechnische Handel bietet die Chance in jedem liquiden Wert, dabei spielt es keine Rolle ob Futures-, Aktien- oder Devisen. Seit Anfangs 2012 ist er mit seinem Produkt "Trader Akademie" online gegangen, indem Tradinganfänger den markttechnisch orientierten Handel erlernen.

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