Was ist wichtiger Trefferquote oder CRV? Teil 3

Wie im letzten Beitrag schon versprochen, werden wir uns heute im letzten Teil der Artikel-Serie „Was ist wichtiger CRV oder Trefferquote“ damit beschäftigen, wie Sie in Zukunft mehr Gewinn mit der gleichen Anzahl Trades herausholen können ohne dabei ein grösseres Risiko zu haben.

Grundsätzlich gilt, bevor Sie das tun, was ich Ihnen hier gleich verraten werde, das Sie sich fachlich intensiv mit dem Thema Börse bzw. Markttechnik beschäftigt haben, sowie auch das ganze schon in der Praxis erfolgreich anwenden. Diesen kleinen „Zaubertrick“ wie ich ihn nenne, können Sie zum Einsatz bringen, wenn Sie bereits profitabel handeln, das ist wichtig, denn sonst schneiden Sie sich selbst noch tiefer in die Wunde.

Beginnen wir mit dem ersten Thema, der Verlust-Serie. Wenn Sie bereits profitabel handeln, sprich am Ende des Monats immer ein gewisser Gewinn Betrag bereit steht, dann müssten Sie theoretisch eine lange (relativ) Liste von Trades im Handelsjournal besitzen. Und wer an dieser Stelle sagt: „Was den für ein Handelsjournal“, der hat einen grossen Teil des Börsenhandelns ausgelassen oder nicht verstanden. Wer also noch keines führt, der wird an dieser Stelle aufgefordert es dringend zu tun. Es geht hier nämlich nicht nur darum, journal zu führen (Vorzeigeeffekt), sondern, das sind wichtige Zahlen, mit denen Sie später extrem viele Informationen, sei es zur Auswertung oder zum herum experimentieren, besitzen.

Sie besitzen also eine Liste von Trades, aus dieser Liste, suchen Sie sich jetzt die längste Verlust-Serie raus und zählen diese. Die Zahl kann zwischen 1-100 sein, je nachdem wie intensiv Sie handeln. Ich nehme einfach mal die Zahl 5 für die spätere Rechnung, die wir aufstellen werden.

Das zweite Thema sind die offenen Positionen. Die Frage lautet: Wie viel Positionen haben Sie gleichzeitig laufen? Hier picken Sie sich einfach die grösste Anzahl raus. Die meisten Trader haben diese Zahl im Kopf, meist liegt Sie irgendwo im Bereich von 1-10, wenn man nicht gerade diversifiziert handelt. Falls Sie diese Kennzahl nicht in Ihrem Handelsjournal mit geführt haben, dann wäre es spätestens jetzt eine wichtige Zahl, die Sie in Zukunft ebenfalls aufschreiben können. Wir nehmen heute die Zahl 2.

Das dritte Thema ist die Margin Ausnutzung, des Brokers. Dabei sollte man wissen, welchen Hebel mal benutzt. Hier wäre es Sinnvoll zu erwähnen, dass der Hebel im Trading an sich keinen Einfluss auf den Gewinn oder Verlust (Strategie abhängig) hat, sondern bietet uns lediglich Kapital das wir nicht besitzen, sehr relevant wird das Ganze, wenn man mehrere Positionen laufen hat, sprich diversifiziert arbeitet. Für den Zaubertrick ist das Thema jedoch ebenfalls entscheidend, auch wenn man nicht mehrere Positionen gleichzeitig offen hält, und hat enormen Einfluss auf Gewinn und Verlust, wie Sie gleich sehen werden. Je höher der Hebel umso besser heisst es hier, also klassische Werbung wie Sie meist von unseriösen Brokern genutzt wird. Es geht allerdings hier nicht um unseriöses Verhalten, sondern um aus einer Statistik Vorteil zu ziehen. Der Forex Broker Dukascopy, bietet hier bspw. einen Hebel von 300 und ist optimal geeignet, nebst den vielen Features, die es sonst noch bietet.

Hier alle Kennzahlen:

Verlust-Serie: 5
Offene Positionen: 2
Hebel: 300

Gewinn bzw. Das Handelsjournal zeigt uns genau das:

Kontogrösse: 10.000.- €
Risikomanagement: 1%

Umgesetzte Trades pro Monat: 50
Gewinne Trades: 18
Verlust Trades: 32
Durchschnitt CRV: 2
Trefferquote: 36%
max. Ausgenutzte Margin bei 2 Positionen: 1340.- € (14%  von 100%)
(Grösste Positionsgrösse die gehandelt wurde sind 2 Lots. Somit 2 Lots durch 300 Hebel = 660.- € x 2 Positionen)
Verlust-Serie= 500.- € (5 x 100.- €)

18 Gewinner Trades x 200.- € = 3600.- €
32 Verlust Trades x 100.-€ = 3200.- €

Gewinn pro Monat: 400€ = 4% Rendite auf die Kontogrösse von 10.000.-€

Das waren nun wichtige Daten aus dem (Ihrem) Handelsjournal. Jetzt kommt die „Zauberformel“ zum Einsatz. Was wäre wenn Sie nun einfach Ihr Risikomanagement vergrössern würden? Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum Sie das tun sollten, das würde nicht mehr dem „Regelwerk“ entsprechen das Sie Ursprünglich gelernt haben. Zudem wären die Verluste grösser und somit, riskieren Sie viel mehr Geld. Die mentale Geschichte wird hier eiskalt zurück gelassen!

Nun was würde sich den tatsächlich ändern, haben Sie sich schon mal darüber Gedanken gemacht? Was sich tatsächlich ändert, sehen wir nun hier:

Risikomanagement: 2%
Ausgenutzte Margin: 2680.- €
Gewinn pro Monat: 800.- € = 8% Rendite auf die Kontogrösse von 10.000.- €

Diese 3 Zahlen werden sich ändern, mehr nicht. Statt 400.- € Gewinn im Monat haben Sie nun 800.- €, also das Doppelte von dem was Sie bisher verdient haben. Selbstverständlich ändern sich die Zahlen erheblich, wenn Ihre Trefferquote besser wäre oder Ihr CRV, hier wurde sehr bescheiden gerechnet.

Die Frage die hier gestellt wurde war: Warum sollte ich nur 14% meines Margins ausnutzen, wenn ich auch mehr kann?! Ja es erhöht sich im ersten Moment Ihr Risiko pro Trade, aber was spielt dies für eine Rolle, wenn Sie Ende Monat sowieso einen Gewinnbetrag erhalten, das wirklich entscheidende an der ganze Geschichte ist, das Sie bereits profitabel handeln und die grössen, deren Kennzahlen stimmen. Solange Sie das nicht sind, können Sie diese Zauberformel nicht anwenden. Wenn Sie aber über paar Monate hinweg, konstant einen Gewinn erzielen, sprich profitabel sind, so können Sie Ihren Gewinn erheblich steigern und durch diese Zauberformel, mehr Geld verdienen. Das Wort heisst also Profitabel.

Die Verlust-Serie ist ebenfalls wichtig, damit Sie Ihr Konto nicht versehentlich Platt fahren. Sollten bspw. alle Verlust Trades von Anfang an nacheinander kommen, so wäre in dem Moment Ihr Konto dennoch nicht in Gefahr. Denn hier die Rechnung:

5 Verlust Trades x 200.- € = 1000.- €
Offene Positionen: 2
Ausgenutzte Margin: 2680.- €
Frei Verfügbares Kapital: 6320.- € (Kontogrösse Ursprünglich 10.000.- €)
Kontostand nach Verlust-Serie: 9000.- €

Selbst wenn diese Verlust-Serie nach 3-4 Trades wieder einsetzt, könnten Sie Ihr Trading Konto nicht Plattfahren.

Wie schon am Anfang des Artikels gesagt, ist es entscheidend dass Sie im Besitz dieser Kennzahlen sind, hier sehen Sie mal, wie wichtig und entscheidend ein Handelsjournal ist. Sie können damit wirklich anfangen zu spielen und das Konto beginnen auszureizen, wenn die Liste entsprechend gross ist. Ab 100 Trades kann man schon mit Auswertungen beginnen, je grösser desto genau bzw. signifikanter sind die Werte. Weitere Überlegungen die dadurch entstehen, wenn man die Rechnung anschaut ist, welcher Hebel der Broker mir bietet. Vielleicht wäre es auch Sinnvoll, hier einen anderen bzw. geeigneteren Broker aufzusuchen, der Ihnen diesen Vorteil auch bieten kann. Eine Empfehlung, ist wie schon gesagt Dukascopy.

Ich hoffe das ich mit dieser Zauberformel, Ihnen wieder einen weiteren Impuls geben konnte, wie man sein Trading, nach welcher Logik sie auch immer handeln, sei es die Markttechnik oder anderweitige Trading Systeme, verbessern kann.

Um noch die Antwort auf den Titel dieser Artikel-Serie zu geben: Was ist wichtiger Trefferquote oder CRV? Ich denke nach dem Sie alle Beiträge dazu gelesen haben, werden Sie sehr schnell die Antwort darauf finden. Wie immer ist es so, dass man nicht über das eine reden kann, ohne dass man es über den anderen auch tut! Es gibt unterschiedlich ausgerichtete Trading Systeme oder Logiken, jedoch bleibt niemals eines so unwichtig, das man nicht darüber nachdenkt oder es sollte. Beginnen Sie mit Ihrer Statistik zu experimentieren und finden Sie heraus, was möglich ist.

Ich wünsche Ihnen damit, eine viel Erfolg und wie immer good Trades!

PS. Ich würde mich über Ihre Kommentare freuen, sagen Sie mir was Sie von dieser Artikel-Serie halten oder wie Sie Ihr Trading erfolgreich umsetzten.

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Gürkan

Gürkan Yildirim handelt seit 2007 aktiv an den Börsenmärkten. Mittlerweile gibt es keine "Lieblingsmärkte" mehr, denn der markttechnische Handel bietet die Chance in jedem liquiden Wert, dabei spielt es keine Rolle ob Futures-, Aktien- oder Devisen. Seit Anfangs 2012 ist er mit seiner Dienstleistung "Trader Akademie" online gegangen, indem Tradinganfänger den markttechnisch orientierten Handel erlernen.

1 Comment

  • Christoph Dichtl

    Reply Reply 16. Oktober 2013

    ich finde diesen Ansatz sehr interessant..
    ich finde man sollte diese Methode aber auf jede einzelne Strategie anwenden und nicht auf alle Trades.
    Beispiel-Strategien:
    – Ausbruch
    – TickTrend
    – Open Range Break Out

    So sollten meiner Meinung von jeder Strategie die Tradedaten einzeln ausgewertet werden.

    meine Verlustserie kann ja bei jeder Strategie individuell sein.

    Was meinst du Gürkan?

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